19.04.2014

19. April 2014

Weiterhin suchen und stöbern. Neugierig und hungrig bleiben. Sehnsucht nicht melancholisch beweinen, sondern als Kraft begreifen. Spannungen und Zwiespälte wenn schon nicht genießen, dann wenigstens aushalten. Nichts Großes. Nichts Kleines. Gewöhnlich. Mittelmäßig. Menschlich – und daher absolut großartig.

18.04.2014

18. April 2014

Jesus lebt (noch). Ich habe ihn gestern gesehen, in Langenthal, auf dem Wuhrplatz. Er war halb begraben unter dem großen Holzkreuz, das er durch die Gegend schleppte. Zuerst dachte ich, dieses Mysterienspiel wäre Teil einer subtilen Satire, gleich würde der SRF um die Ecke biegen und die versteckte Kamera auspacken. Dem war nicht so, dieses Kreuzigungs-Straßen-Theater war absolut ernst gemeint und Teil eines extrem offensiven Missionsbedürfnisses.
In posthistorischen Zeiten wirkt eine derartige Aktion nicht nur fremd, sondern fast schon bedrohlich.

17.04.2014

17. April 2014

Männer in mittelalten Jahren neigen sehr häufig dazu, komplexe Problemfelder derart zu vereinfachen, dass am Ende immer eine Frau steht, die an allem Schuld hat, nötigenfalls auch die eigene Mutter. Ein interessantes Muster, finde ich, dem man nachgehen sollte.

16.4.2014

16. April 2014

Heute, genau vor einem Jahr, saß ich im Zug nach Hause. Dass die Rückreise derart lang und mit so vielen kleineren und größeren Umwegen gesegnet sein würde – hätte ich das damals gewusst, ich wäre wohl nicht eingestiegen.
Es hat sich gelohnt, ohne Zweifel, der Blick zurück erfolgt nun mit einem Lächeln. Vieles, das sackschwer und selbstgewollt an meinen Kräften zehrte, konnte ich hinter mir lassen: Ängste, Vorstellungen und auch Menschen. Gewonnen habe ich eine Balance, die zwar nicht hundert Prozent stabil, aber stets verlässlich herzustellen ist. Allein dafür hat sich alles gelohnt.
Die kleinen und kleinsten Siege schimmern im Tageslicht, für mich und all jene, die es auch sehen können.