Frei nach Brecht

30. Juni 2009

Was ist das Raubkopieren eines Musikstücks gegen die Gründung eines Musikkonzerns? […] Die Frage ist also nicht, ob das Netz ein rechtsfreier Raum sein darf, wie derzeit diskutiert wird, sondern ob Millionen von Internetnutzern es hinnehmen, dass die Ungerechtigkeiten der analogen Welt im Netz fortbestehen.

– Jens Mühling im Tagesspiegel vom 30.06.09: Die Ideen der anderen

… ich wusste bisher gar nicht, dass das Internet sowohl Waffe als auch ein zivilisatorischer Rückschritt ist.
Danke für den Hinweis, Herr Zastrow.

Gelöscht. Urheberrecht…

— Volker Zastrow in der F.a.S

Erstens: Recht und Gesetz gelten seit jeher auch und besonders fürs Internet. Sonst gäbe es dieses zivilisatorische sehr entschlossene Urteil des BGH ja wohl nicht.

Zweitens: Auch Schützenvereine könnten vollumfänglich Recht und Gesetz unterworfen werden.

Drittens: Leben Sie weiter im letzten Jahrhundert.

Viertens – nicht vergessen: Der Letzte macht das Licht aus.

Im Spätkapitalismus wird das allgemein zugängliche Referenzsystem für „Wahrheit“, nämlich das Wissenschaftssystem zerstört, indem es Marktbedingungen unterworfen wird. Wissenschaftliche Expertise wird zu einer Frage des Marktpreises. Gegen Zahlung kann jeder einen wissenschaftlichen Experten finden, der die Interessen seines Auftraggebers mit (pseudo)wissenschaftlicher Argumentation unterstützt. Genauso lässt sich eine wissenschaftliche Meinung kaufen, in der genau das Gegenteil behauptet wird.

– Kommentar von HAM zu: Haben die Medien eine Zukunft?