It’s all about beauty
21. November 2009
Es gibt so viele stille Momente …
… und scheinbar unscheinbare Dinge …
… die einen zum Weinen bringen. Vor Glück – wenn man genau hin sieht und das Schöne erkennt.
Besonderer Dank an Chaz Bundick (aka Toro Y Moi). Sein neues Album »Causers of This«, das Ende Februar 2010 auf Carpark Records erscheint, ließ mich sein Blog besuchen. Dort entdeckte ich die beiden Videos – und mit »16: Moments« von William Hoffman auch die Musik von Jónsi & Alex (ihr majestätisches Album »Riceboy Sleeps« ist dringend zu empfehlen).
Was für ein Samstag voller wunderbarer Zufälle …
Abmahnung is the new Geschäftsmodell
14. Oktober 2009
WikiLeaks hat mal wieder eine spannende Sache am Start: Eine Präsentation der DigiRights Solutions GmbH aus Darmstadt — ein Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, »illegale« Downloads in P2P-Netzwerken ausfindig zu machen und mithilfe des juristischen Werkzeugs »Abmahnung« Rechteinhabern Knete in die Kasse zu spülen.
Sowieso sei eine Abmahnung wesentlich lukrativer als Musik zum Download anzubieten, so die Quintessenz der Präse.
Slide 27 der Präsentation bringt es auf den Punkt:
Vergleich Ertrag legale ./. illegale Downloads
• ca. € 0,60 (netto) pro legal verkauftem Download gegenüber € 90,00 pro erfassten illegalen Download bei Rechtsverletzern, die zahlen
• Der Ertrag bei erfassten und bezahlten illegalen Downloads ist das 150 fache!Das bedeutet: Wenn 1250 Rechtsverletzer erfasst werden, die zahlen, müssten zur Erwirtschaftung des entsprechenden Ertrages 150000 Downloads legal verkauft werden
• Bei einer Zahlquote von 25% müssten also pro Monat 5000 illegale Downloads eines bestimmten Produktes erfasst werden. Dies ist pro Woche eine Erfassungszahl von 1000, was bei gut laufenden Themen realistisch ist
• Die Zahlquote wird durch Vergleichsschlüsse und Ratenzahler regelmäßig bei einem durchschnittlichen Überwachungs- und Bearbeitungszeitraum von 6 Monaten gesteigert
Wäre ich ein Majorlabel, würde ich sofort und voll umfänglich auf CDs und Downloads via iTunes und Konsorten verzichten. Einfach die Musik via torrentfreak, eMule etc. verbreiten und pro illegalem Download 90 Flocken einziehen. Fein. Dann hätten die A&Rs auch wieder das nötige Kleingeld in der Tasche, um ihre Nase anständig zu pudern und es in Tiefgaragen so richtig krachen zu lassen.
Im Ernst: Selten gab es einen so derart entblößenden Einblick in die degenerierte Denke dieses siechenden Wirtschaftszweig.
Schämt euch. Und dann geht endlich sterben.
(via: netzpolitik.org | via: gulli.com)
Da geht die Reise hin
6. September 2009
Auf wikileaks wurde am 3. September ein Dokument des “EU Institute for Security Studies” — einem politischem think-tank — veröffentlicht (natürlich gegen deren Willen). Es befasst sich mit den Sicherheitsaspekten der EU im Jahre 2020. Die Texte in dieser Studie übersteigen nicht nur meine schlimmsten Befürchtungen — sie sind auch in ihrem elitären Zynismus kaum zu überbieten. Es enthält Begriffe wie: “hierarchical class society” — “elite” auf der einen und “bottom billion” auf der anderen — und versucht, Strategien zu entwickeln, um den Zorn der armen Welt in Schach und gleichzeitig das herrschende System stabil zu halten.
Ein Beispiel gefällig?
Flow security – protecting global technological and economic flows. This will become our number one priority, since it is both vital for the survival of our societies and the global political order. At the same time, our vulnerability to ruptures in these flows will increase, even though new design concepts and technologies will introduce greater resilience. This will require very close interaction between the business, government and scientific communities and a wide range of military capabilities, from regional power protection to keeping sea lanes open to highly technical intervention capabilities.
Nach Lektüre einiger Artikel dieser Studie komme ich immer mehr zum Schluss, dass von langer Hand ein Krieg vorbereitet wird.
(via fefe)
FTD ruft zur Revolution
30. August 2009
Der Kettenbrief-Kapitalismus tut so, als wäre das Beinahe-K.O. des letzen Jahres nichts weiter gewesen, als ein sanfter Tritt vor’s Knie. So beschert Jupp Ackermann der Deutschen Bank gerade einen Gewinn von schlappen 1,1 Millarden Euro — nach Steuern. Business as usual, bald regnet’s wieder Spekulatius für die Riskant-Spekulanten.
Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist ein Kommentar von Thomas Klau in der Financial Times Deutschland.
Schon im zweiten Absatz lauert Unerhörtes:
In Zeiten, die ideologisch revolutionär sein könnten und analytisch revolutionär sein müssten, optieren ungerührte Wähler anscheinend für ein Weiter-so.
Revolutionäre Zeiten? Analytische Revolution? Respekt.
Besonders der letzte Satz des Artikels lässt aufhorchen:
Wer künftig stabilere Verhältnisse will, muss neue Lösungen wollen und Kontinuität bekämpfen. Stabilitätspolitik ist heute nicht konservativ, sondern revolutionär.
Es gibt sie also doch noch — Stimmen im mittlerweile gleichgeschalteten Medien-Morast, die einen klaren Kopf beweisen und konsequenterweise den radikalen Wandel fordern.
Auf dass sie Gehör finden. Spread the word.
